
Hier ensteht die Welt der Poffels. Die Poffels sind kleine, eigenwillige Wesen. Sie stellen Fragen, wundern sich, lachen, diskutieren und manchmal verstehen sie die Welt selbst nicht so ganz. Und genau deshalb sind sie entstanden.

Die Welt der Poffels
Vielleicht haben Sie sich soeben gefragt, warum die Poffels so aussehen, wie sie aussehen?!
Warum kein eindeutig weibliches oder männliches Erscheinungsbild?
Warum diese einfachen, geschlechtsneutralen Figuren?
Die Antwort darauf ist eigentlich meine eigene Geschichte.
Als Mensch mit Lebenserfahrung und als Coach habe ich viele unterschiedliche Menschen kennengelernt. Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen, Beziehungen, Vorstellungen, Wünschen, Grenzen und Geschichten.
Und je mehr Menschen ich kennenlernen durfte, desto stärker wurde für mich eines:
Der Mensch sollte immer wichtiger sein als die Schublade, in die wir ihn stecken.
Die Poffels sind ein Teil von Lady Rubinas Welt.
Sie gehören zu ihren Geschichten, zu ihrem Humor und zu ihrer ganz eigenen Sicht auf das Leben.
Die Poffels sind dabei mehr als nur Comicfiguren. Sie geben dieser Welt ein Gesicht – manchmal frech, manchmal neugierig, manchmal nachdenklich und immer mit einem Augenzwinkern.
Wie das Poffel entstand
Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich ein Design wählen sollte, das lesbische oder schwule Paare zeigt.
Die Antwort war für mich zunächst ganz klar:
Natürlich. Warum auch nicht?
Ich habe nichts gegen lesbische oder schwule Paare. Ganz im Gegenteil.
Ich kämpfe für Gleichberechtigung, für Vielfalt und dafür, dass queere Menschen selbstverständlich und ohne Vorurteile leben können.
Aber während ich darüber nachdachte, merkte ich irgendwann:
Ich mache es schon wieder komplizierter, als es sein muss.
Ich begann, Geschlecht immer weiter zu konstruieren.
Hier eine Frau.
Dort ein Mann.
Hier ein lesbisches Paar.
Dort ein schwules Paar.
Und plötzlich dachte ich:
Was für ein Quark!
Denn wenn meine eigentliche Botschaft lautet, dass Menschen nicht ständig in Schubladen gesteckt werden sollten – warum sollte ich dann meine Figuren genau dort hineinstecken?
Also habe ich weitergedacht.
Und daraus entstand etwas ganz Eigenes:
das geschlechtsneutrale Männchen – das Poffel.
Ganz bewusst.
Das Poffel muss nicht erklären, welches Geschlecht es hat.
Es muss keine bestimmte Rolle darstellen.
Es muss nichts beweisen.
Es darf einfach da sein.
Und genau dadurch entstand etwas, das ich besonders schön finde:
Hier kann sich jeder und jede wiederfinden.
Vielleicht erkennst du dich in einem Poffel wieder.
Vielleicht erkennst du einen Menschen, den du liebst.
Vielleicht jemanden, den du gerade erst kennenlernen möchtest.
Vielleicht siehst du darin eine Frau.
Vielleicht einen Mann.
Vielleicht einen queeren Menschen.
Vielleicht einfach einen Menschen.
Und genau so soll es sein.
Die Poffels sollen eine Welt zeigen, in der Unterschiedlichkeit selbstverständlich sein darf.
Hier darf Liebe unterschiedlich aussehen.
Beziehungen dürfen unterschiedlich sein.
Menschen dürfen unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben.
Und niemand muss sich dafür rechtfertigen, dass sein Leben nicht genauso aussieht wie das Leben anderer.
Ich kämpfe für Gleichberechtigung, Vielfalt und für queere Menschen.
Aber nicht gegen andere Menschen.
Ich möchte niemanden missionieren.
Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er zu leben hat.
Und genauso wenig möchte ich, dass andere Menschen mir oder anderen vorschreiben, wie wir zu leben haben.
Für mich bedeutet Freiheit:
Jeder Mensch darf sein Leben so leben und lieben, wie es zu ihm passt – solange die Grenzen anderer Menschen respektiert werden und die allgemein geltenden Rechtsnormen eingehalten werden.
Wir müssen nicht alle dasselbe denken.
Wir müssen nicht alle dasselbe mögen.
Wir müssen nicht alle gleich leben.
Wir dürfen verschieden sein.
Mich interessieren Menschen
Vielleicht ist das eine der wichtigsten Seiten der Poffels.
Ich bin neugierig.
Auf Menschen.
Auf ihre Geschichten.
Auf ihre Erfahrungen.
Auf ihre Gedanken.
Auch auf Menschen, deren Leben ganz anders aussieht als meines.
Ich möchte wissen, was einen Menschen geprägt hat.
Was ihn bewegt.
Was ihn glücklich macht.
Was er erlebt hat.
Und vielleicht lerne ich dabei etwas.
Vielleicht verändert eine Geschichte sogar einmal meine eigene Sichtweise.
Denn ich muss etwas nicht selbst leben, um es respektieren zu können.
Ich muss etwas nicht sofort verstehen, um zuzuhören.
Ich kann sagen:
„Das kenne ich nicht. Erzähl mir davon.“
Und danach darf ich trotzdem meine eigene Meinung haben.
Für mich ist das echte Neugier.
Zuhören bedeutet Vertrauen
Wenn mir jemand seine Geschichte erzählt, möchte ich nicht schon während des Gesprächs darüber nachdenken müssen, ob mein Gegenüber das, was ich ihm anvertraue, später für seine eigenen Zwecke nutzt – zum Tratschen, Lästern oder um daraus irgendeinen Vorteil zu ziehen.
Ich möchte einem Menschen zuhören können, ohne mich dabei fragen zu müssen, was mit meinen Worten passiert, sobald ich nicht mehr dabei bin.
Für mich bedeutet ein persönliches Gespräch auch Vertrauen.
Und Vertrauen sollte etwas Wertvolles sein.
Nicht jedes Detail aus dem Leben eines anderen Menschen ist eine Information, die weitergegeben werden muss.
Manchmal ist Zuhören einfach nur Zuhören.
Ohne Hintergedanken. Ohne Weitererzählen. Ohne Urteil.
Genau diese Art von Ehrlichkeit wünsche ich mir wieder viel mehr zwischen Menschen.
Miteinander statt übereinander
Wir reden heute so viel.
Wir kommentieren.
Wir bewerten.
Wir stellen Vermutungen an.
Und trotzdem reden wir viel zu oft übereinander statt miteinander.
Ein Satz wird weitererzählt.
Eine Geschichte wird verändert.
Aus einem Menschen wird plötzlich ein Gerücht.
Und aus einem Gerücht wird ein Urteil.
Warum eigentlich?
Wir sollten Fragen stellen, statt uns etwas auszudenken.
Denn wenn wir etwas nicht wissen, wissen wir es eben nicht.
Dann fragen wir.
Und wenn jemand nicht antworten möchte, respektieren wir auch das.
Wir müssen nicht alle dieselbe Meinung haben.
Wir dürfen unterschiedlicher Meinung sein.
Wir dürfen etwas nicht verstehen.
Aber wir sollten uns gegenseitig nicht dafür verurteilen, dass wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben.
Ich bin kein Ellenbogen-Mensch
Vielleicht passe ich deshalb manchmal nicht besonders gut in diese Welt.
Ich bin kein Mensch, der ständig mit den Ellenbogen vorangeht.
Ich möchte nicht gewinnen, indem jemand anderes verliert.
Ich möchte niemanden kleinmachen, damit ich selbst größer wirke.
Und ich brauche auch nicht ständig die große Bühne.
Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass diejenigen besonders weit kommen, die am lautesten auftreten, sich am besten darstellen oder am stärksten mit den Ellenbogen arbeiten.
Das ist einfach nicht mein Naturell.
Und ich möchte es auch nicht zu meinem Naturell machen.
Ich möchte lieber ehrlich bleiben.
Lieber zuhören.
Lieber neugierig bleiben.
Lieber einen Menschen kennenlernen, als mir vorschnell ein Urteil über ihn zu bilden.
Und manchmal schalte ich einfach ab
Auch das gehört zu mir.
Ich kann nicht ständig für alle da sein.
Nicht ständig zuhören.
Nicht ständig erklären.
Nicht ständig funktionieren.
Manchmal schalte ich einfach ab.
Handy weg.
Ruhe.
Durchatmen.
Einfach einmal nichts müssen.
Das bedeutet nicht, dass mir andere Menschen egal sind.
Es bedeutet, dass auch ich Grenzen habe.
Und genau das gehört für mich ebenfalls zu einem respektvollen Miteinander:
Du darfst Grenzen haben.
Du darfst Nein sagen.
Du darfst eine Pause brauchen.
Du darfst dich zurückziehen.
Du musst nicht rund um die Uhr für andere verfügbar sein.
Das Poffel darf alles sein
Die Poffels müssen keine perfekte Welt zeigen.
Das Poffel darf lachen.
Es darf sich irren.
Es darf frech sein.
Es darf manchmal völlig danebenliegen.
Es darf verliebt sein.
Es darf diskutieren.
Es darf über Beziehungen, Liebe, Queerness, BDSM, Freundschaft und die kleinen Absurditäten des Lebens sprechen. Für den Mainstream steht BDSM leider noch immer für Gewalt und Angst. Für mich bedeutet BDSM: Vertrauen, Respekt, Kommunikation, Grenzen, Achtsamkeit & Selbstbestimmung. Auch das möchte ich mit meinen Bildern sichtbar machen.
Aber es soll niemals sagen:
„So musst du sein.“
Viel lieber sagt das Poffel:
„So kann man auch sein.“
Und vielleicht ist genau das die Stärke dieser kleinen Figuren.
Sie belehren nicht.
Sie dürfen zum Nachdenken bringen.
Sie dürfen provozieren.
Sie dürfen uns einen Spiegel vorhalten.
Und vor allem dürfen sie uns zum Lachen bringen.
Die Welt der Poffels
Vielleicht ist die Welt der Poffels deshalb gar nicht so weit von unserer eigenen Welt entfernt.
Sie ist die Welt, die ich mir wünsche.
Eine Welt mit mehr Ehrlichkeit.
Mehr Respekt.
Mehr Neugier.
Weniger Vorurteilen.
Weniger Lästerei.
Weniger Ellenbogen.
Eine Welt, in der wir einen Menschen kennenlernen, bevor wir entscheiden, wer oder was er sein soll.
Eine Welt, in der ein „Ich verstehe dich nicht“ nicht automatisch bedeutet:
„Du bist falsch.“
Sondern vielleicht:
„Erzähl mir mehr.“
Die Poffels sind deshalb nicht einfach aus einer Designidee entstanden.
Sie sind aus Lebenserfahrung entstanden.
Aus Begegnungen.
Aus Gesprächen.
Aus Beobachtungen.
Aus meiner Arbeit als Coach.
Aus vielen unterschiedlichen Menschen und ihren Geschichten.
Und auch aus meinem eigenen Wunsch nach einer Gesellschaft, in der wir wieder etwas ehrlicher miteinander umgehen.
Nicht jeder muss alles verstehen.
Nicht jeder muss alles gut finden.
Nicht jeder muss dieselbe Meinung haben.
Aber jeder Mensch verdient Respekt.
Vielleicht brauchen wir dafür manchmal gar keine großen Reden.
Vielleicht reicht ein kleines Poffel und ein einfacher Satz:
„Erzähl mal. Ich höre zu.“
Und wenn es irgendwann zu viel wird?
Dann schalten wir zwischendurch einfach ab.
Denn auch das gehört dazu.
Willkommen in der Welt der Poffels.
Eine Welt, in der niemand perfekt sein muss.
Eine Welt, in der niemand in eine Schublade passen muss.
Eine Welt, in der Unterschiedlichkeit kein Problem ist, sondern Teil des Lebens.
Eine Welt, in der wir miteinander lachen, voneinander lernen und einfach Mensch sein dürfen.
Herzlichst Ihre
Lady Rubina

